Roman

Andreas Gößling: Meine Romane

Zwischen 1986 und 2006 habe ich acht Romane geschrieben, die unter meinem Namen erschienen sind, u.a. bei Eichborn, Droemer und Aufbau. Verleger, Lektoren, Kritiker, Leser mögen der Ansicht sein, dass „Der Irrläufer“, „Bernsteingrab“, „Die Maya-Priesterin“, „Im Tempel des Regengottes“, „Der Alchimist von Krumau“, „Dea Mortis“/“U-Terminal“, „Dunkler Tanz“ und „Faust, der Magier“ den unterschiedlichsten Genres (und überhaupt Genres) angehören; für mich liegen sie alle auf einer Linie, die mit dem 2007 erschienenen „Faust“ zu enden schien.

Nachdem ich das „Faust“-Manuskript abgeschlossen hatte, war ich mir ziemlich sicher, dass weitere Romane dieser Art nicht folgen würden. Tatsächlich entstand danach – außer einer Reihe von Jugendbüchern – noch der (vermeintliche) Fantasy-Thriller „Der Ruf der Schlange“ (2010 bei Klett-Cotta), der aber seine Zugehörigkeit zu jener Linie höchstens simuliert. Seit ich mit „Faust. Ein Teufelsleben“ (so mein Wunschtitel) fertig war, glaubte ich meinen Mephisto sozusagen vom Hals zu haben, was ich durchaus als Befreiung empfand.

Den Teufel, wie ich ihn kenne, wird man allerdings nicht wirklich los, man kann ihn höchstens etwas vom Hals weglocken, damit er Atem und Stimmwerkzeug nicht vollständig kontrolliert. Alles in allem stimme ich der voodooistischen Anschauung zu, nach der wir in der „Enstase“ von denjenigen Dämonen besessen werden, die uns auch sonst innewohnen, nur klein und mit zusammengefalteten Flügeln. 2006 habe ich hierzu unter Pseudonym den Roman „Dunkler Tanz“ geschrieben, der als eBook mittlerweile auch unter meinem Namen erhältlich ist (dotbooks 2013). Er liegt gleichfalls auf besagter Linie, die ich versuchsweise als Linie der Teufelsaufsuchungen bezeichnet habe.

Im Februar 2010, als ich mit einer fiebrigen Erkrankung in einem Lissaboner Hotelbett lag, nahm mein Dämon die Gelegenheit wahr und infizierte mich mit einer weiteren teuflischen Romanidee. Ich leistete einige Jahre lang passiven Widerstand, verfasste u.a. eine Reihe von True-Crime-Thrillern (mit Michael Tsokos, Droemer Knaur 2015/16/17) und gab mich schließlich doch wieder geschlagen: Voraussichtlich im Herbst 2017 wird der – je nach Zählung – neunte oder zehnte – Teufels-Roman unter meinem wirklichen oder zumindest bürgerlichen Namen erscheinen, ein vielschichtiger, durchaus realistischer Thriller über einen Dämon der Gewalt und Grausamkeit, der von Generation zu Generation vom Vater auf den Sohn vererbt wird.